Woher die Daten kommen
Jede Umfrage im Wahl- & Politik-Radar stammt aus der offenen Umfragedatenbank DAWUM. Diese Seite zeigt den Weg von der Veröffentlichung eines Instituts bis ins Diagramm und was unterwegs mit den Daten passiert.
Der Weg der Daten
Unten in jedem Schritt: die jüngste Bundesumfrage (INSA, 03.10.2026) auf ihrem Weg ins Diagramm.
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Quelle
DAWUM sammelt die veröffentlichten Sonntagsfragen aller Institute an einer Stelle.
- Erfasst wird, was Institute und Auftraggeber veröffentlichen, mit Befragungszeitraum, Befragtenzahl und Methode
- Offene Datenbank unter der ODbL, frei nutzbar mit Quellenangabe
- Bundestag ab 2017, alle 16 Landtage
INSA für BILD am Sonntag, veröffentlicht 03.10.2026 - 2
Abruf
Jeden Morgen um 7:17 Uhr (im Winter 6:17 Uhr) startet ein automatischer Abruf.
- Zuerst nur der Zeitstempel der letzten Änderung (25 Byte); ist er unverändert, endet der Lauf
- Sonst die ganze Datenbank (rund 1 MB): DAWUM bietet keinen Abruf „neu seit Datum X“
- Der vollständige Abruf übernimmt auch nachträgliche Korrekturen älterer Einträge
last_update.txt → 2026-10-04T02:45:49+02:00 - 3
Aufbereitung
Filtern, zuordnen, verdichten.
- Nur Bundestag und Landtage ab 2017; Europawahl-Umfragen entfallen
- Parteien zuordnen: CDU und CSU zur Union, Freie Wähler, Volt und alle übrigen zu „Sonstige“
- Fehlt eine Partei in einer Umfrage, bleibt der Wert leer statt null Prozent
- Institute, Auftraggeber und Methoden als Nachschlagelisten
CDU/CSU 18 · AfD 30 · SPD 14 · Grüne 14 · Linke 10 · BSW 4 · FDP 4 - 4
Prüfung
Der Lauf bricht ab, statt einen schlechteren Datensatz zu schreiben.
- Die Anteile jeder Umfrage müssen sich bis auf Rundung zu 100 % ergänzen
- Der Datensatz darf nicht um mehr als 1 % schrumpfen
- Ohne Bundesumfragen wird nichts geschrieben
3.916 Umfragen geprüft, 0 verworfen - 5
Datensatz
Eine JSON-Datei im Code-Repository, eine Zeile je Umfrage.
- Jede neue Umfrage ist ein eigener Eintrag in der Versionsgeschichte
- Rund 300 KB für alle Umfragen seit 2017
- Wahlergebnisse und Ereignisse liegen in eigenen, von Hand gepflegten Dateien
["2026-10-03", "INSA", …, [18, 30, 14, 14, 10, 4, 4, 6]] - 6
Dashboard
Erst hier wird gerechnet, mit offengelegten Regeln.
- Umfragemittel: je Institut die jüngste Umfrage der letzten 21 Tage, alle gleich gewichtet
- Spanne: niedrigster bis höchster dieser Institutswerte
- Zeitbezug: Mitte der Befragungszeit, nicht das Veröffentlichungsdatum
- Trendphasen: bereinigter Wochenindex, Phasen ab 8 Wochen
- Nichts wird geschätzt oder über Lücken interpoliert
AfD 28,1 % = Mittel aus 9 Instituten
Jeden Morgen läuft die Kette automatisch: Eine GitHub Action prüft, ob DAWUM neue Daten hat, lädt und prüft sie und speichert den Datensatz im Repository. Das löst eine neue Veröffentlichung der Seite aus. Schlägt Abruf oder Prüfung fehl, bleibt der letzte geprüfte Stand online. Von Hand gepflegt werden nur die Wahlergebnisse und die 15 Ereignisse.
Stimmung im Land und Langzeitreihe
Neben den Sonntagsfragen nutzt das Radar Reihen, die jeweils aus einer einzigen Quelle stammen. Ein zweites Skript lädt sie jeden Samstag, prüft sie nach denselben Regeln und speichert sie im Repository.
| Reihe | Quelle | seit | Format |
|---|---|---|---|
| Projektion („Wenn am nächsten Sonntag …“), vor 2017 | Politbarometer | 1991 | XLSX |
| Bundesregierung macht ihre Arbeit eher gut/schlecht | Politbarometer | 2009 | XLSX, je Wahlperiode |
| Kanzler/in macht seine/ihre Arbeit eher gut/schlecht | Politbarometer | 2005 | XLSX, je Kanzler/in |
| Wirtschaftliche Lage in Deutschland und eigene Lage | Politbarometer | 1991 | XLSX |
| Wichtigste Probleme in Deutschland | Politbarometer | 2000 | XLSX |
| Verbrauchervertrauen | Europäische Kommission (Eurostat) | 1985 | JSON-Schnittstelle |
Die Forschungsgruppe Wahlen bittet bei Nutzung um die Zitierung als „Forschungsgruppe Wahlen: Politbarometer“ mit Angabe zum Erhebungszeitraum. Die Dateien nennen das Veröffentlichungsdatum; die Befragung lief in den Tagen davor, im Radar wird die Mitte mit zwei Tagen vor der Veröffentlichung angesetzt. Die Bewertungen von Regierung und Kanzler gibt es je Wahlperiode in eigenen Dateien; abgeschlossene Wahlperioden liegen als Archiv im Repository.
Welche Institute eingehen
Alle, die DAWUM für den Bundestag führt. Eine Auswahl nach eigenem Urteil wäre selbst eine Verzerrung, deshalb gilt nur eine Regel: Jedes Institut zählt im Mittel mit seiner jüngsten Umfrage, gleich oft und gleich stark. Ohne diese Regel würde INSA das Mittel prägen, von dem 29 % aller Bundesumfragen seit 2017 stammen.
Wie viel die Auswahl ausmacht, lässt sich messen: Rechnet man das Mittel nur mit den acht Instituten, die wahlrecht.de führt, weicht es seit 2017 im Schnitt um 0,11 Prozentpunkte ab und an 95 % der Tage um weniger als 0,4 Punkte. Die größte Abweichung (2,3 Punkte) betraf BSW im Januar 2024, als erst 3 der acht Institute die Partei separat auswiesen.
| Institut | seit 2017 | letzte 12 Monate | jüngste Umfrage | überwiegende Methode | Befragte (Median) | häufigster Auftraggeber |
|---|---|---|---|---|---|---|
| INSA | 788 | 103 | 03.10.2026 | Online | 2.005 | BILD |
| Forsa | 499 | 50 | 29.09.2026 | Telefonisch | 2.502 | RTL / n-tv |
| Verian (Emnid) | 385 | 13 | 25.09.2026 | Telefonisch | 1.470 | FOCUS |
| Infratest dimap | 207 | 12 | 01.10.2026 | Telefon & Online | 1.307 | ARD-Tagesthemen |
| Forschungsgruppe Wahlen | 189 | 17 | 25.09.2026 | Telefonisch | 1.289 | ZDF-Politbarometer |
| YouGov | 130 | 12 | 15.09.2026 | Online | 1.665 | YouGov |
| Allensbach | 121 | 12 | 24.09.2026 | Persönlich | 1.054 | Frankfurter Allgemeine Zeitung |
| Civey | 113 | – | 20.02.2025 | Online | 10.057 | DER SPIEGEL |
| GMS | 82 | 6 | 14.09.2026 | Telefonisch | 1.005 | GMS |
| Ipsos | 79 | 12 | 02.09.2026 | Online | 1.000 | Ipsos |
| Institut Wahlkreisprognose | 60 | – | 30.04.2025 | Online | 1.500 | Institut Wahlkreisprognose |
| pollytix | 14 | 6 | 16.09.2026 | Online | 1.547 | pollytix |
| Trend Research Hamburg | 7 | – | 21.09.2021 | Online | 1.049 | Radio Hamburg |
Methode und Auftraggeber laut DAWUM; „–“, wenn DAWUM keine Angabe führt. Institute ohne Umfrage in den letzten 21 Tagen gehen nicht in den aktuellen Stand ein, bleiben aber im Zeitverlauf enthalten.
Was die Daten nicht zeigen
Projektionen, keine Rohdaten
Die meisten Institute veröffentlichen nicht die ungewichteten Antworten, sondern eine Projektion, in die Erfahrungswerte, frühere Wahlen und Annahmen zur Wahlbeteiligung eingehen. Wie das geschieht, legen sie nur teilweise offen. Unterschiede zwischen den Instituten gehen vor allem darauf zurück.
Fehlerspannen
Bei 1.000 bis 2.500 Befragten liegt die statistische Fehlerspanne für eine Partei um 30 % bei etwa ±2 bis ±3 Prozentpunkten, um 5 % bei etwa ±1 Punkt. Bewegungen von einem Punkt in einer einzelnen Umfrage sind deshalb kein Signal; erst die Übereinstimmung mehrerer Institute ist eines. Vor den Bundestagswahlen 2017 bis 2025 lagen die letzten Umfragen der Institute im Schnitt 0,6 bis 2,1 Punkte je Partei neben dem Ergebnis (Realitätscheck im Radar), oft alle in dieselbe Richtung.
Nur Veröffentlichtes
DAWUM erfasst, was veröffentlicht wird. Institute messen unterschiedlich oft; ein Institut, das wöchentlich veröffentlicht, ist häufiger im Datensatz als eines mit monatlichen Umfragen. Das Mittel gleicht das aus, die Punktwolke nicht.
Vor 2017
Für die Zeit vor 2017 zeigt das Radar die Projektion eines einzigen Instituts, des ZDF-Politbarometers. Sie ist kein Mittel aus mehreren Instituten und deshalb mit dem Umfragemittel ab 2017 nicht direkt vergleichbar; beide Datenbasen werden nicht verrechnet.
Quellen und Dateien
- Umfragen: DAWUM (Philipp Guttmann), Lizenz ODbL. Der aufbereitete Datensatz steht unter derselben Lizenz.
- Wahlergebnisse: Die Bundeswahlleiterin und die Landeswahlleitungen.
- Im Code: Abruf und Prüfung in
scripts/update-polls.mjs, Berechnung insrc/lib/polls/aggregate.tsundsrc/lib/polls/trends.ts, Realitätscheck insrc/lib/polls/accuracy.ts, Kalibrierung der Trendphasen inscripts/calibrate-trends.mts; Stimmung und Langzeitreihe inscripts/update-mood.mjs.