Person / BausteinErklärt einen einzelnen Begriff oder stellt eine Person vor, in wenigen Absätzen. Artikel greifen darauf zurück. Zum Nachschlagen.Baut auf: Daten & BI

Edward Simpson

Britischer Statistiker (1922–2019), der 1951 beschrieb, wie sich Zusammenhänge in Kontingenztafeln beim Zusammenfassen von Gruppen umkehren können; das Phänomen trägt heute seinen Namen.

2 Min. Lesezeit
#Statistik#Verzerrungen

Edward Hugh Simpson war ein britischer Statistiker, der von 1922 bis 2019 lebte. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Codebrecher in Bletchley Park.

Bekannt wurde er durch einen kurzen Aufsatz von 1951 mit dem Titel „The Interpretation of Interaction in Contingency Tables“. Er zeigt an Beispielen, dass sich der Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen umkehren kann, wenn man Daten aus mehreren Gruppen zusammenfasst. Den Namen „Simpson-Paradox“ prägte nicht er, sondern Colin Blyth 1972. Auch die Beobachtung selbst war nicht neu: Karl Pearson und Udny Yule hatten sie früher beschrieben. Simpson ging es um die Frage, wann man Tabellen zusammenfassen darf und wann die Aufteilung nach Untergruppen die richtige Sicht ist.

Welche der beiden Sichtweisen stimmt, lässt sich aus den Zahlen allein nicht entscheiden, sondern hängt von den Annahmen über die Ursachen ab. Das Simpson-Paradox ist deshalb vor allem für Auswertungen von Bedeutung, bei denen Gruppen ungleich verteilt sind; der Artikel Wie Dashboards Entscheidungen verzerren behandelt es für Kennzahlen in Organisationen.

Quellen

  • Simpson, E. H. (1951). The Interpretation of Interaction in Contingency Tables. Journal of the Royal Statistical Society, Series B, 13(2), 238–241.
  • Blyth, C. R. (1972). On Simpson’s Paradox and the Sure-Thing Principle. Journal of the American Statistical Association, 67(338), 364–366.
  • Royal Statistical Society: Edward H Simpson 1922–2019. rss.org.uk
  • Wikipedia: Edward H. Simpson. en.wikipedia.org/wiki/Edward_H._Simpson