Philip Tetlock untersuchte über zwei Jahrzehnte, wie gut Fachleute politische und wirtschaftliche Entwicklungen vorhersagen. Das Ergebnis, veröffentlicht in Expert Political Judgment (2005), war ernüchternd: Viele Expertinnen und Experten lagen kaum besser als der Zufall. Am schlechtesten schnitten diejenigen ab, die sich auf eine große Idee verließen; besser waren jene, die viele kleine Informationen abwogen und ihre Meinung häufig anpassten.
Daraus entstand das Good Judgment Project, ein Prognosewettbewerb im Auftrag einer US-Forschungsbehörde. Tetlock identifizierte darin sogenannte Superforecaster, gewöhnliche Menschen mit außergewöhnlich guten Vorhersagen, und beschrieb ihre Arbeitsweise in Superforecasting (2015, mit Dan Gardner).
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Forschung zur Verantwortlichkeit. Mit Jennifer Lerner zeigte er, dass Menschen sorgfältiger urteilen, wenn sie ihren Entscheidungsweg erklären müssen, und dass es dabei darauf ankommt, wem gegenüber und wofür sie Rechenschaft ablegen.