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Statistikangst

Unbehagen und Anspannung im Umgang mit Statistik und Zahlen, die Lernen und Anwendung behindern können.

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#Datenkompetenz#Lernen

Statistikangst (englisch statistics anxiety) bezeichnet Unbehagen, Anspannung oder Sorge beim Umgang mit Statistik, etwa beim Lesen von Auswertungen oder beim Rechnen mit Wahrscheinlichkeiten. Sie ist mit allgemeiner Mathematikangst verwandt, wird aber getrennt untersucht. Der Begriff stammt aus der Hochschullehre, wo er untersucht wurde, weil Studierende Pflichtkurse in Statistik aufschieben oder schlechter bestehen.

Die Übersichtsarbeit von Anthony Onwuegbuzie und Vicki Wilson (2003) fasst Befunde zu Ursachen, Auswirkungen und Gegenmaßnahmen zusammen. Als Folgen werden Vermeidung, Aufschieben und geringeres Zutrauen genannt. Es handelt sich um korrelative Befunde, vor allem aus Befragungen von Studierenden; sie zeigen, dass beides gemeinsam auftritt, nicht ohne Weiteres, was wovon ausgeht.

Für die Organisation ist der Begriff dort wichtig, wo Menschen mit Daten arbeiten sollen, ohne dass dies ihr Beruf ist. Im Artikel Datenkompetenz zählt Statistikangst zu den Hürden, die eine Schulung allein nicht beseitigt, weil sie im Verhalten sichtbar wird: Wer fürchtet, sich mit einer Frage bloßzustellen, stellt sie nicht. Das entspricht im COM-B-Modell den Bedingungen von Motivation und Gelegenheit, nicht nur der Fähigkeit.

Eine Grenze: Die Belege stammen aus Bildungskontexten. Wie häufig Statistikangst im Arbeitsalltag ist und wie stark sie dort wirkt, ist deutlich weniger untersucht.

Quellen

  • Onwuegbuzie, A. J. & Wilson, V. A. (2003). Statistics anxiety: Nature, etiology, antecedents, effects, and treatments, a comprehensive review of the literature. Teaching in Higher Education, 8(2), 195–209.