Das COM-B-Modell beschreibt Verhalten (Behaviour) als Ergebnis dreier Voraussetzungen: Fähigkeit (Capability), Gelegenheit (Opportunity) und Motivation (Motivation). Fehlt eine davon, tritt das gewünschte Verhalten nicht oder nicht dauerhaft auf. Die Gesundheitspsychologin Susan Michie und Kollegen veröffentlichten es 2011 als Kern des „Behaviour Change Wheel“, eines Rahmens, mit dem Programme zur Verhaltensänderung, etwa im Gesundheitswesen, systematisch geplant werden sollen.
Der praktische Nutzen liegt in der Diagnose: Das Modell fragt zuerst, woran es fehlt, bevor eine Maßnahme gewählt wird. Eine Schulung wirkt auf die Fähigkeit; sie ändert wenig, wenn Zugang zu Daten und Zeit (Gelegenheit) oder ein spürbarer Nutzen (Motivation) fehlen. Der Artikel Datenkompetenz wendet das Modell auf die Frage an, warum Schulungen allein selten reichen. Die Motivationsseite lässt sich mit der Selbstbestimmungstheorie genauer fassen.
Grenze: COM-B ist ein ordnendes Gerüst und keine Theorie mit überprüfbaren Vorhersagen. Weil die drei Bereiche weit gefasst sind, lässt sich fast jedes Verhalten nachträglich einordnen. Ob die Einordnung eine bessere Maßnahme ergibt, muss im Einzelfall geprüft werden.
Quellen
- Michie, S., van Stralen, M. M. & West, R. (2011). The behaviour change wheel: A new method for characterising and designing behaviour change interventions. Implementation Science, 6, 42. Volltext.