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Selbstbestimmungstheorie

Psychologische Motivationstheorie, nach der Menschen Autonomie, Kompetenzerleben und soziale Eingebundenheit brauchen, damit Motivation von innen entsteht.

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#Motivation#Psychologie

Die Selbstbestimmungstheorie (englisch self-determination theory) ist eine Motivationstheorie, die Edward Deci und Richard Ryan seit den 1970er Jahren entwickelt haben. Sie unterscheidet, ob Menschen etwas aus eigenem Interesse tun (intrinsische Motivation) oder wegen äußerer Belohnung, Druck oder Erwartung (extrinsische Motivation). Entscheidend sind drei psychologische Grundbedürfnisse: Autonomie (das Gefühl, selbst zu entscheiden), Kompetenzerleben (das Gefühl, wirksam zu sein) und soziale Eingebundenheit. Werden sie erfüllt, so die Theorie, entsteht Motivation eher von innen; werden sie verletzt, etwa durch enge Kontrolle, sinkt sie.

Der Ausgangspunkt waren Experimente, in denen bezahlte Versuchspersonen später weniger Interesse an einer Aufgabe zeigten als unbezahlte. Daraus ergibt sich die Nähe zum Verdrängungseffekt und zu den Wirkungen von Zielkennzahlen, wie sie Goodharts Gesetz beschreibt. Im Agilen Manifest wird die Theorie herangezogen, um zu erklären, warum Vertrauen und Selbstorganisation Bedingungen für Motivation sind.

Grenzen: Die Theorie ist breit angelegt und gut belegt, aber die Frage, wie stark Belohnungen innere Motivation tatsächlich mindern, wird seit Jahrzehnten in Meta-Analysen verschieden beantwortet. Zudem stammen viele Befunde aus Laborstudien und aus dem Bildungsbereich; die Übertragung auf Arbeitsorganisationen ist eine Annahme.

Quellen

  • Deci, E. L. & Ryan, R. M. (1985). Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior. Plenum.
  • Ryan, R. M. & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55(1), 68–78.
  • Deci, E. L. (1971). Effects of externally mediated rewards on intrinsic motivation. Journal of Personality and Social Psychology, 18(1), 105–115.