Edward L. Deci und Richard M. Ryan sind US-amerikanische Motivationspsychologen, die lange gemeinsam an der University of Rochester forschten. Zusammen entwickelten sie die Selbstbestimmungstheorie, die ihr Buch „Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior“ (1985) begründete und die Ryan und Deci 2000 in der Zeitschrift American Psychologist zusammenfassten.
Am Anfang stand Decis Experiment von 1971: Studierende, die für das Lösen von Puzzles bezahlt wurden, beschäftigten sich in einer anschließenden freien Zeit weniger mit den Puzzles als unbezahlte. Daraus folgte die Frage, wann äußere Belohnung innere Motivation untergräbt. Eine Meta-Analyse von Deci, Koestner und Ryan (1999) kam zu dem Ergebnis, dass materielle Belohnungen innere Motivation im Mittel verringern; andere Autoren bewerteten dieselbe Literatur anders.
Mit der Annahme dreier Grundbedürfnisse (Autonomie, Kompetenzerleben, Eingebundenheit) wurde das Werk zu einer Grundlage, auf die sich Texte zu Führung, Bildung und agilem Arbeiten berufen, etwa das Agile Manifest. Für das Steuern mit Zahlen ist es die psychologische Grundlage des Verdrängungseffekts, den Bruno Frey ökonomisch weiterführte. Der Artikel Goodhart in der Praxis bezieht sich darauf.
Quellen
- Deci, E. L. (1971). Effects of externally mediated rewards on intrinsic motivation. Journal of Personality and Social Psychology, 18(1), 105–115.
- Deci, E. L. & Ryan, R. M. (1985). Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior. Plenum.
- Ryan, R. M. & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American Psychologist, 55(1), 68–78.
- Deci, E. L., Koestner, R. & Ryan, R. M. (1999). A meta-analytic review of experiments examining the effects of extrinsic rewards on intrinsic motivation. Psychological Bulletin, 125(6), 627–668.