Person / BausteinErklärt einen einzelnen Begriff oder stellt eine Person vor, in wenigen Absätzen. Artikel greifen darauf zurück. Zum Nachschlagen.Baut auf: Wirtschaftspsychologie

Bruno Frey

Schweizer Ökonom, der die Verdrängung innerer Motivation durch äußere Anreize in die Wirtschaftswissenschaft einführte.

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#Verhaltensökonomik#Motivation

Bruno S. Frey ist ein Schweizer Ökonom, der lange an der Universität Zürich lehrte. Er gehört zu den Vertretern der ökonomischen Theorie, die psychologische Erkenntnisse einbeziehen, etwa zu Glück, Kunst und Motivation.

Im Wissensbereich begegnet er als Verfechter des Verdrängungseffekts (motivation crowding theory). Zusammen mit Felix Oberholzer-Gee zeigte er 1997 in einer Befragung in Schweizer Gemeinden, dass die Bereitschaft, ein Atommüll-Endlager zu akzeptieren, nach dem Angebot einer Entschädigung sank. Eine Übersicht über die empirische Literatur legten er und Reto Jegen 2001 vor. Der Grundgedanke, dass äußere Belohnung innere Motivation schwächen kann, stammt psychologisch aus der Arbeit von Deci und Ryan; Frey übertrug ihn auf ökonomische Fragen wie Bezahlung, Steuermoral und öffentliche Aufgaben.

Für das Steuern mit Kennzahlen liefert er damit eine zweite Erklärung neben der Verzerrung der Zahl: Anreize ändern auch, warum Menschen etwas tun. Eine Grenze: Seine Befunde zeigen, dass der Effekt unter bestimmten Bedingungen auftritt, nicht, dass jeder Anreiz Motivation verdrängt.

Quellen

  • Frey, B. S. & Oberholzer-Gee, F. (1997). The Cost of Price Incentives: An Empirical Analysis of Motivation Crowding-Out. American Economic Review, 87(4), 746–755.
  • Frey, B. S. & Jegen, R. (2001). Motivation Crowding Theory. Journal of Economic Surveys, 15(5), 589–611. IDEAS.