Data Ownership bedeutet, dass für einen abgegrenzten Datenbereich, etwa Kundenstamm, Produktdaten oder Personal, eine bestimmte Person oder Stelle fachlich verantwortlich ist. Gemeint ist nicht Eigentum im rechtlichen Sinn, sondern Zuständigkeit: Wer entscheidet, was ein Feld bedeutet, wer Zugriff erhält und wie gut die Daten sein müssen? In der Data Governance, der Gesamtheit der Regeln und Rollen im Umgang mit Daten, wird häufig zwischen Data Owner (entscheidet und haftet intern für den Bereich) und Data Steward (pflegt und prüft im Alltag) unterschieden. Die Bezeichnungen und der Zuschnitt der Rollen unterscheiden sich allerdings zwischen Organisationen und Autoren.
Dass die Verantwortung fachlich und nicht bei der IT liegt, folgt aus dem Zweckbezug von Qualität: Wie vollständig oder aktuell Daten sein müssen, ergibt sich aus der Nutzung (siehe Datenqualitätsdimensionen). In Datenqualität ist ein Organisationsproblem steht die Rolle daher im Zentrum. Auch der Ansatz Data Mesh macht Domänenverantwortung zu einem Grundprinzip, beschrieben in Datenarchitektur und Organisation. Dort liegt der Gedanke von Conways Gesetz nahe: Die Zuständigkeiten sollen dort liegen, wo auch die Daten entstehen.
Die Rolle scheitert oft in der Umsetzung. Ohne Zeit, Befugnis und Anerkennung bleibt sie eine zusätzliche Aufgabe, die bei der nächsten Priorisierung wegfällt. Belastbare Vergleichsstudien dazu, wie sehr benannte Owner die Datenqualität verbessern, sind mir nicht bekannt; die Annahme stützt sich vor allem auf Erfahrungsberichte und Standardwerke.
Quellen
- DAMA International (2017). DAMA-DMBOK: Data Management Body of Knowledge (2. Aufl.). Technics Publications.
- Dehghani, Z. (2022). Data Mesh: Delivering Data-Driven Value at Scale. O’Reilly.