Gary Klein untersuchte ab den 1980er Jahren, wie Fachleute unter Zeitdruck entscheiden: Feuerwehrleute, Pflegekräfte auf Intensivstationen, Militärkommandanten. Statt im Labor nach Denkfehlern zu suchen, befragte er Menschen nach realen Einsätzen. Daraus entstand die Forschungsrichtung des Naturalistic Decision Making und sein Modell der Recognition-Primed Decision. Seine Ergebnisse fasste er in Sources of Power (1998) zusammen.
Klein galt lange als Gegenspieler von Daniel Kahneman: Er betonte die Stärke der Intuition, Kahneman ihre Schwächen. 2009 veröffentlichten die beiden einen gemeinsamen Aufsatz mit dem Untertitel „A Failure to Disagree“. Ihr Ergebnis: Intuition ist verlässlich, wenn die Umgebung regelhaft ist und schnelle Rückmeldung gibt (siehe kind und wicked Lernumgebungen).
Aus Kleins Arbeit stammt auch das Pre-Mortem, eine einfache Technik, mit der Teams vor dem Start eines Vorhabens nach den Gründen für ein mögliches Scheitern suchen.