Ein Hauseffekt (englisch house effect) ist die Tendenz eines Umfrageinstituts, für eine Partei dauerhaft höhere oder niedrigere Werte zu ermitteln als der Durchschnitt der übrigen Institute. Anders als die Fehlerspanne, die den Zufall der Stichprobe beschreibt, ist der Hauseffekt eine systematische Abweichung: Sie zeigt sich Umfrage für Umfrage in dieselbe Richtung.
Mögliche Ursachen sind Unterschiede in der Methode, etwa Telefon- oder Online-Befragung, die Formulierung der Frage, der Umgang mit Unentschlossenen und die Gewichtung der Stichprobe, zum Beispiel nach dem früheren Wahlverhalten. Welche Ursache im Einzelfall wirkt, lässt sich von außen oft nicht feststellen, weil Institute nicht alle Details offenlegen.
Wichtig ist die Einordnung: Ein Hauseffekt ist zunächst nur ein Unterschied zwischen Instituten. Er sagt nicht, welches Institut richtig liegt. Das zeigt sich erst im Vergleich mit Wahlergebnissen, und selbst dann kann sich die Lage ändern. Wer mehrere Umfragen zusammenfasst, korrigiert häufig solche Abweichungen oder gewichtet alle Institute gleich, damit ein einzelnes Haus den Verlauf nicht prägt. Wie das im Wahl- und Politik-Radar gehandhabt wird, steht unter Datenherkunft.
Das Muster ist nicht auf Umfragen beschränkt: Wo mehrere Stellen dieselbe Größe messen, etwa verschiedene Abteilungen mit eigenen Kennzahldefinitionen, entstehen vergleichbare systematische Unterschiede. Siehe auch Datenqualität ist ein Organisationsproblem.
Quellen
- House effects of different pollsters. Number Cruncher Politics (Beschreibung des Begriffs).
- Looking for house effects. Votamatic.