Joseph M. Juran (1904–2008) war ein Ingenieur und Berater für Qualitätsmanagement, geboren in Rumänien und in den USA aufgewachsen. Er gilt neben W. Edwards Deming als einer der Begründer des modernen Qualitätsmanagements. Sein Quality Control Handbook erschien erstmals 1951 und wurde über Jahrzehnte neu aufgelegt, zuletzt als Juran’s Quality Handbook. Ab den 1950er Jahren beriet er auch japanische Unternehmen.
Bekannt ist vor allem seine Bestimmung von Qualität als fitness for use, auf Deutsch Eignung für den Verwendungszweck. Ein Produkt ist demnach nicht deshalb gut, weil es fehlerfrei ist, sondern weil es für das taugt, wofür Nutzende es brauchen. Zudem beschrieb er Qualitätsarbeit als Zusammenspiel von Planung, Steuerung und Verbesserung, die sogenannte Qualitätstrilogie.
Für den Wissensbereich ist Jurans Zweckbezug der Ausgangspunkt eines Gedankens über Daten: Qualität lässt sich nicht abstrakt festlegen, sondern nur dort, wo der Verwendungszweck bekannt ist. Wang und Strong übertrugen diese Sicht auf Daten, indem sie Nutzende nach ihren Anforderungen fragten; daraus entstanden die Datenqualitätsdimensionen. Der Zusammenhang mit den Zuständigkeiten im Unternehmen steht in Datenqualität ist ein Organisationsproblem.
Eine Grenze des Zweckbezugs: Wenn dieselben Daten mehreren Zwecken dienen, gibt es keine einzelne Eignung. Dann müssen die Anforderungen verschiedener Nutzender gegeneinander abgewogen werden.
Quellen
- Joseph M. Juran. Wikipedia (Lebensdaten, Werk).
- Juran, J. M. & De Feo, J. A. (2010). Juran’s Quality Handbook (6. Aufl.). McGraw-Hill.