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Megatrend und schwaches Signal

Zwei Begriffe der Zukunftsforschung: der langfristige, globale Wandel und der frühe, noch ungenaue Hinweis auf einen möglichen Umbruch.

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#Zukunftsforschung#Strategische Vorausschau

Ein Megatrend ist ein langfristiger, globaler Wandel mit tiefgreifenden Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Technik, der Jahrzehnte anhält, etwa der demografische Wandel oder die Urbanisierung. Verbreitet hat den Begriff der US-Autor John Naisbitt mit seinem Buch Megatrends (1982), in dem er zehn Entwicklungen beschrieb, darunter den Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft.

Ein schwaches Signal ist das Gegenstück im Kleinen: ein früher, unscharfer Hinweis auf einen möglichen Umbruch, den man noch nicht eindeutig deuten kann. Igor Ansoff, Mathematiker und Managementforscher, schlug 1975 vor, auf solche Signale abgestuft zu reagieren, also schon bei vagen Hinweisen umkehrbare erste Schritte einzuleiten, statt abzuwarten, bis die Lage klar ist.

Beide Begriffe gehören zur strategischen Vorausschau. Megatrends liefern den langfristigen Rahmen, schwache Signale die Frühwarnung. Beide ersetzen keine Prognose; sie lenken die Aufmerksamkeit.

Zur Kritik: „Megatrend“ ist so weit gefasst, dass sich kaum prüfen lässt, ob ein benannter Megatrend zutrifft. Kommerzielle Trendforschung verkauft solche Begriffe zudem als griffige Produkte. Bei schwachen Signalen besteht das umgekehrte Problem: Im Rückblick erscheinen manche Hinweise eindeutig, vorab sind sie von Rauschen kaum zu trennen.

Quellen

  • Naisbitt, J. (1982): Megatrends: Ten New Directions Transforming Our Lives. Warner Books.
  • Ansoff, H. I. (1975): Managing Strategic Surprise by Response to Weak Signals. California Management Review 18(2).