Das Technologieakzeptanzmodell (Technology Acceptance Model, TAM) stellte der Wirtschaftsinformatiker Fred Davis 1989 vor. Es ist eines der meistzitierten Modelle der Informationssystem-Forschung und erstaunlich schlicht. Zwei Einschätzungen bestimmen, ob jemand eine Technik nutzen will:
- Wahrgenommene Nützlichkeit: Hilft mir das, meine Arbeit besser zu machen?
- Wahrgenommene Einfachheit der Bedienung: Wie viel Mühe kostet es, das zu lernen und zu nutzen?
Entscheidend ist das Wort „wahrgenommen“. Es geht nicht darum, wie nützlich ein System objektiv ist, sondern darum, wie die Nutzenden es einschätzen. Ein Werkzeug kann viel können und trotzdem ungenutzt bleiben, wenn der Nutzen im Alltag nicht sichtbar wird. In den Studien erwies sich die Nützlichkeit meist als stärker: Menschen nehmen Mühe in Kauf, wenn sie sich lohnt.
Später wurde das Modell mehrfach erweitert, am bekanntesten zur Unified Theory of Acceptance and Use of Technology (UTAUT) von Viswanath Venkatesh und Kollegen 2003. Sie ergänzt sozialen Einfluss (Was erwarten Vorgesetzte und Kolleginnen?) und unterstützende Bedingungen (Gibt es Zeit, Schulung, Hilfe?).
Für die KI-Einführung gibt das Modell eine nüchterne Prüfliste. Es reicht nicht, ein Werkzeug bereitzustellen. Menschen müssen an einer eigenen Aufgabe erleben, dass es hilft. Eine Grenze des Modells ist aber zu beachten: Es erklärt, ob Menschen eine Technik nutzen, nicht, ob sie ihr im richtigen Maß vertrauen. Dafür braucht es die Vertrauenskalibrierung.