Das DuPont-Schema ist ein Kennzahlenbaum, der die Kapitalrendite (Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital) als Produkt zweier Faktoren darstellt: Umsatzrendite (Gewinn je Umsatz) und Kapitalumschlag (Umsatz je eingesetztem Kapital). Jeder Faktor lässt sich weiter in Bestandteile wie Kosten, Vorräte oder Forderungen zerlegen. Es wird dem Ingenieur und Finanzmanager Donaldson Brown zugeschrieben, der es um 1919 beim Chemiekonzern DuPont entwickelte und später bei General Motors einsetzte.
Als Vorbild für Kennzahlensysteme ist das Schema bis heute lehrreich, weil alle Verbindungen rechnerisch gelten: Die oberste Kennzahl ergibt sich zwingend aus den unteren. Das unterscheidet es von den meisten Kennzahlenbäumen außerhalb der Finanzen, in denen die Verbindungen Annahmen sind. Wie sich daraus ein Vorgehen ableiten lässt, beschreibt der Artikel Kennzahlensysteme und KPI-Baum; zur Einordnung siehe auch Kennzahl.
Kritik: Das Schema zeigt, wie die Rendite zustande kommt, nicht, wie man sie verbessert. Es ist rein finanziell, vergangenheitsbezogen und verleitet dazu, kurzfristig an einzelnen Faktoren zu drehen. Gerade deshalb ergänzten spätere Ansätze wie die Balanced Scorecard finanzielle Kennzahlen um nichtfinanzielle.
Quellen
- Hagley Museum and Library: The Father of ROI: Donaldson Brown.
- Johnson, H. T. & Kaplan, R. S. (1987). Relevance Lost: The Rise and Fall of Management Accounting. Harvard Business School Press.