Robert S. Kaplan, Professor an der Harvard Business School, und David P. Norton, Unternehmensberater, entwickelten Anfang der 1990er Jahre die Balanced Scorecard. Sie stellten ihr Konzept 1992 in der Harvard Business Review vor („The Balanced Scorecard: Measures That Drive Performance“) und führten es 1996 in einem Buch aus.
Der Ausgangspunkt war die Kritik, dass Unternehmen sich zu stark an finanziellen Kennzahlen ausrichten, die vergangene Ergebnisse zeigen. Die Scorecard ergänzt sie um drei weitere Perspektiven: Kunden, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. Damit verbreitete sich die Unterscheidung von Ergebnis- und Treibergrößen, die im Wissensbereich als Früh- und Spätindikatoren beschrieben ist. Die Scorecard ist Teil der Geschichte der Kennzahlensysteme, zu der auch das DuPont-Schema gehört.
Kritik: Die Scorecard unterstellt, dass die Ursache-Wirkungs-Ketten zwischen den Perspektiven stimmen. Das sind Hypothesen, die geprüft werden müssen. Wie jedes Kennzahlensystem ist sie Goodharts Gesetz ausgesetzt, sobald die Werte an Prämien gekoppelt werden.
Quellen
- Kaplan, R. S. & Norton, D. P. (1992). The Balanced Scorecard: Measures That Drive Performance. Harvard Business Review, 70(1), 71–79.
- Kaplan, R. S. & Norton, D. P. (1996). The Balanced Scorecard: Translating Strategy into Action. Harvard Business School Press.