Eine Kennzahl (englisch oft KPI, Key Performance Indicator, wenn sie als besonders wichtig gilt) fasst einen komplexen Sachverhalt in einer einzigen Zahl zusammen, etwa die Kapitalrendite eines Unternehmens oder den Anteil abgeschlossener Fälle ohne Rückfrage. In der Betriebswirtschaftslehre unterscheidet man üblicherweise absolute Zahlen, zum Beispiel Umsatz in Euro, von Verhältniszahlen wie einer Rendite oder einer Quote.
Der Nutzen einer Kennzahl liegt in der Verdichtung: Sie macht Vergleiche über Zeit und zwischen Bereichen möglich. Zugleich ist sie immer eine Vereinfachung. Was nicht in die Zahl eingeht, verschwindet aus dem Blick, und viele Kennzahlen sind nur Stellvertretergrößen für das, was eigentlich gemeint ist.
Im Wissensbereich steht die Kennzahl in zwei Zusammenhängen. Erstens beim Aufbau von Kennzahlen aus einem Ziel: Kennzahlensysteme und KPI-Baum zeigen, wie sich Kennzahlen ableiten, mit Früh- und Spätindikatoren und dem DuPont-Schema als Beispielen. Zweitens bei den Folgen des Steuerns mit Zahlen: Goodharts Gesetz beschreibt, warum eine Kennzahl ihre Aussagekraft verliert, wenn sie zum Ziel wird. Wie Schwankungen von echten Veränderungen zu unterscheiden sind, behandelt das Prozessverhaltensdiagramm.
Eine Kennzahl beantwortet keine Frage, sie eröffnet eine. Ohne Definition (Formel, Einheit, Erhebungsrhythmus) sind Kennzahlen zwischen Abteilungen nicht vergleichbar.
Quellen
- Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort „Kennzahlen“ (Unterscheidung absoluter Zahlen und Verhältniszahlen).
- Kaplan, R. S. & Norton, D. P. (1992). The Balanced Scorecard: Measures That Drive Performance. Harvard Business Review, 70(1), 71–79.