Das Prozessverhaltensdiagramm (englisch process behavior chart, auch Regelkarte oder control chart) zeigt Messwerte im Zeitverlauf zusammen mit ihrem Mittelwert und zwei Grenzlinien, die aus der bisherigen Schwankung berechnet werden. Walter Shewhart entwickelte die Regelkarte 1924 bei Bell Telephone Laboratories für die Qualitätskontrolle in der Fertigung; sein Buch „Economic Control of Quality of Manufactured Product“ erschien 1931. Donald Wheeler hat sie in „Understanding Variation“ (1993) für Managementkennzahlen aufbereitet und den Namen verbreitet.
Die Grundidee: Jede Kennzahl schwankt auch ohne besonderen Anlass. Werte innerhalb der Grenzen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit gewöhnliches Rauschen, und eine Maßnahme als Reaktion auf einen einzelnen Ausschlag reagiert dann auf Zufall. Ein Wert außerhalb der Grenzen oder auffällige Muster, etwa viele Werte in Folge auf einer Seite des Mittelwerts, deuten auf eine echte Veränderung hin. So lässt sich auch die Regression zur Mitte von einer Wirkung unterscheiden. Im Gesundheitswesen werden Regelkarten ebenfalls zur Verbesserungsarbeit eingesetzt (Benneyan, Lloyd & Plsek 2003).
Grenzen: Die Linien sind berechnete Schwankungsgrenzen und weder Ziele noch Toleranzen. Das Diagramm sagt, dass sich etwas geändert hat, nicht warum. Und es setzt voraus, dass die Kennzahl über die Zeit gleich definiert und erhoben wird. Wie es in Dashboards eingesetzt werden kann, beschreibt Wie Dashboards Entscheidungen verzerren; zur Ableitung von Kennzahlen siehe Kennzahlensysteme und KPI-Baum.
Quellen
- Shewhart, W. A. (1931). Economic Control of Quality of Manufactured Product. Van Nostrand.
- Wheeler, D. J. (1993). Understanding Variation: The Key to Managing Chaos. SPC Press.
- Benneyan, J. C., Lloyd, R. C. & Plsek, P. E. (2003). Statistical process control as a tool for research and healthcare improvement. Quality and Safety in Health Care, 12(6), 458–464.