Peter F. Drucker (1909–2005) wurde in Wien geboren, wanderte in den 1930er-Jahren in die USA aus und lehrte zuletzt an der Claremont Graduate University in Kalifornien. Er schrieb Bücher über Unternehmen und Gesellschaft und gilt als einer der prägenden Autoren der Managementlehre. In The Practice of Management (1954) beschrieb er Management als eigenständige Aufgabe und stellte das Führen über Ziele (Management by Objectives) vor, bei dem Vorgesetzte und Mitarbeitende Ziele vereinbaren.
Für den Wissensbereich ist vor allem Innovation and Entrepreneurship (1985) von Interesse. Drucker behandelt Innovation darin als Aufgabe, die sich systematisch angehen lässt, und beschreibt Quellen, in denen Chancen entstehen können, etwa unerwartete Erfolge oder Misserfolge und Veränderungen in der Marktstruktur. Der Gedanke ist ein Vorläufer vieler Ansätze im Innovationsmanagement.
Zwei Hinweise zur Rezeption. Erstens beeinflusste das Führen über Ziele die Debatte um Kennzahlen; wie leicht Zielgrößen ihren Zweck verfehlen, zeigt Goodharts Gesetz. Zweitens werden Drucker zahlreiche Sätze zugeschrieben, die sich in seinen Schriften nicht belegen lassen, darunter der oft zitierte Satz „What gets measured gets managed“. Vor einer Übernahme sollte die Fundstelle geprüft werden.
Quellen
- Drucker, P. F. (1954): The Practice of Management. Harper & Brothers.
- Drucker, P. F. (1985): Innovation and Entrepreneurship. Harper & Row.
- Peter F. Drucker Papers, Online Archive of California.
- Peter F. Drucker, Encyclopaedia Britannica.