Steven (Steve) Kerr ist ein US-amerikanischer Managementforscher, der zunächst an Universitäten lehrte und später als Chief Learning Officer bei General Electric und bei Goldman Sachs tätig war.
Bekannt ist er für den Aufsatz „On the Folly of Rewarding A, While Hoping for B“, der 1975 im Academy of Management Journal erschien. Kerr sammelte darin Beispiele aus Politik, Militär, Wirtschaft und Hochschulen, in denen Belohnungssysteme ein anderes Verhalten begünstigen als das, was die Organisation ausdrücklich will. Das bekannteste Beispiel sind Hochschulen, die gute Lehre erwarten, aber nach Forschungsleistung befördern. Seine Erklärung ist nüchtern: Menschen richten sich nach dem, was tatsächlich belohnt wird, nicht nach dem, was erklärt wird. Daraus entwickelte sich der Begriff der Fehlanreize.
Der Aufsatz ist eine Fallsammlung und kein Test mit Vergleichsgruppen; seine Wirkung liegt in der Anschaulichkeit. Für das Steuern mit Kennzahlen ergänzt er die Beobachtungen von Charles Goodhart und Donald Campbell um die Frage, welches Verhalten ein Anreizsystem tatsächlich auslöst. Im Wissensbereich steht er im Artikel Goodhart in der Praxis.
Quellen
- Kerr, S. (1975). On the Folly of Rewarding A, While Hoping for B. Academy of Management Journal, 18(4), 769–783.
- Kerr, S. (1995). On the folly of rewarding A, while hoping for B. Academy of Management Executive, 9(1), 7–14 (Wiederabdruck).