Charles Goodhart ist ein britischer Ökonom. Er arbeitete viele Jahre bei der Bank of England, zeitweise als Berater, und lehrte später an der London School of Economics. Seine Arbeiten gelten vor allem der Geldpolitik und dem Bankwesen.
In einem Beitrag von 1975 über die britische Geldpolitik hielt er fest, dass eine statistische Regelmäßigkeit dazu neige zusammenzubrechen, sobald man sie für Steuerungszwecke unter Druck setze. Hintergrund war der Versuch der Notenbank, die Inflation über bestimmte Geldmengenziele zu steuern. Goodhart verstand das als Bemerkung zur Geldpolitik, nicht als allgemeine Regel für Organisationen.
Die bekannte Kurzform, wonach eine Messgröße, die zum Ziel wird, keine gute Messgröße mehr ist, stammt von der Anthropologin Marilyn Strathern und fasste Goodharts Beobachtung 1997 für Bewertungssysteme an Universitäten zusammen. Unter dem Namen Goodharts Gesetz ist sie in die Organisationsforschung eingegangen; der Artikel dort beschreibt Mechanismen, Beispiele und Gegenmittel. Verwandt ist Campbells Gesetz.
Der Name ist insofern eine Verkürzung: Das Gesetz in seiner heutigen Breite ist weder allein Goodharts Formulierung noch auf Geldpolitik beschränkt.
Quellen
- Goodhart, C. A. E. (1975). Problems of Monetary Management: The U.K. Experience. In Papers in Monetary Economics, Reserve Bank of Australia.
- Wikipedia: Charles Goodhart.
- British Academy: Professor Charles Goodhart FBA.