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Campbells Gesetz

Die Beobachtung, dass ein sozialer Indikator umso stärker verzerrt wird, je mehr Entscheidungen von ihm abhängen.

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#Kennzahlen#Evaluationsforschung

Campbells Gesetz besagt sinngemäß: Je stärker ein quantitativer sozialer Indikator für Entscheidungen genutzt wird, desto stärker ist er Verfälschungsdruck ausgesetzt, und desto eher verzerrt er genau die gesellschaftlichen Abläufe, die er beobachten soll. Formuliert hat das der Sozialpsychologe Donald Campbell 1979 in dem Aufsatz „Assessing the impact of planned social change“. Seine Beispiele stammen aus Bereichen wie Kriminalitäts- und Schulstatistik, in denen Zahlen über Mittel, Stellen oder Ansehen entscheiden.

Das Gesetz ist eng mit Goodharts Gesetz verwandt. Beide beschreiben dasselbe Muster, kommen aber aus verschiedenen Fächern: Goodhart argumentierte aus der Geldpolitik, Campbell aus der Evaluationsforschung. Campbell betont dabei stärker, dass nicht nur die Zahl leidet, sondern auch die beobachtete Praxis selbst. Wer etwa Schulen an Testergebnissen misst, verändert womöglich den Unterricht und nicht nur die Statistik.

Im Wissensbereich kommt der Gedanke im Artikel Goodhart in der Praxis vor, außerdem im Zusammenhang mit Fehlanreizen und dem Verdrängungseffekt.

Eine Grenze: Das Gesetz ist eine Beobachtungsregel, kein Naturgesetz, und es sagt nicht, wie stark die Verzerrung ausfällt. Campbell zog daraus keinen Verzicht auf Zahlen; er empfahl, quantitative Indikatoren mit qualitativen Verfahren zu ergänzen.

Quellen

  • Campbell, D. T. (1979). Assessing the impact of planned social change. Evaluation and Program Planning, 2(1), 67–90.
  • Wikipedia: Campbell’s law.