Donald T. Campbell (1916 bis 1996) war ein US-amerikanischer Sozialpsychologe. Er lehrte unter anderem an der Northwestern University und gilt als einer der Begründer der modernen Evaluationsforschung und der Methodik quasi-experimenteller Untersuchungen, also von Vergleichen, bei denen die Gruppen nicht zufällig zugeteilt werden können.
In dem Aufsatz „Assessing the impact of planned social change“ (1979) beschrieb er, was heute Campbells Gesetz heißt: Je stärker ein quantitativer Sozialindikator für Entscheidungen verwendet wird, desto mehr gerät er unter Verfälschungsdruck und desto stärker verzerrt er die Prozesse, die er beobachten soll. Seine Beispiele reichten von Kriminalstatistiken bis zu Schultests.
Bemerkenswert ist, dass Campbell als Methodiker für Messung eintrat. Seine Folgerung war nicht, auf Zahlen zu verzichten, sondern Indikatoren mit anderen Verfahren zu kreuzprüfen und Entscheidungen nicht allein an eine Zahl zu binden. Im Wissensbereich steht sein Gedanke neben dem von Charles Goodhart; beide Beobachtungen entstanden unabhängig voneinander und werden im Artikel Goodhart in der Praxis zusammen behandelt.
Quellen
- Campbell, D. T. (1979). Assessing the impact of planned social change. Evaluation and Program Planning, 2(1), 67–90.
- Association for Psychological Science: Donald T. Campbell, social psychologist and scholar, 1916–1996.
- Wikipedia: Donald T. Campbell.