Ein Minimum Viable Product (MVP, etwa „minimal lebensfähiges Produkt“) ist nach der Definition von Eric Ries die Version eines neuen Produkts, mit der ein Team bei geringstem Aufwand am meisten über seine Kunden lernt. Der Ausdruck wurde schon um 2001 von Frank Robinson verwendet; die heute verbreitete Bedeutung erhielt er durch Ries’ Buch The Lean Startup (2011), das sich auf Steve Blanks Ansatz des Customer Development stützt.
Wichtig ist der Zweck: Ein MVP ist ein Lerninstrument, kein erstes Verkaufsprodukt in kleiner Ausführung. Es kann ein Video, eine Landingpage oder ein von Hand erbrachter Dienst sein. Es soll eine Annahme über das Verhalten von Kunden prüfen, etwa dass sie für eine Lösung zahlen würden. Der Begriff erscheint deshalb im Artikel zum Lean Startup und im Artikel zum Prototyping, wo er von Prototypen und vom Pretotyping unterschieden wird.
Im Alltag wird MVP häufig anders gebraucht, nämlich für die erste verkaufsfähige Minimalversion mit reduziertem Funktionsumfang. Dann verschiebt sich die Frage von „Was wollen wir lernen?“ zu „Was können wir schnell fertigstellen?“. Zudem ist „viable“ Auslegungssache: Ob eine Version schon genügt, um verlässlich zu lernen, hängt von der Annahme ab, die geprüft werden soll, und lässt sich nicht allgemein bestimmen.
Quellen
- Ries, E. (2011): The Lean Startup. Crown Business.
- Wikipedia: Minimum viable product (zur frühen Verwendung des Begriffs durch Frank Robinson).