Den Begriff prägte der Gründer Eric Ries, bekannt wurde er durch sein Buch The Lean Startup (2011). Ries baute auf der Methode Customer Development seines Mentors Steve Blank auf und übertrug Gedanken aus der schlanken Produktion von Toyota auf Gründungen. Seine Kernthese: Ein Startup ist kein kleines Unternehmen, sondern eine Organisation auf der Suche nach einem Geschäftsmodell. Die größte Verschwendung ist, etwas zu bauen, das niemand will.
Daraus folgt die Schleife Bauen – Messen – Lernen. Man formuliert eine Annahme, etwa „Handwerksbetriebe würden für eine automatische Terminplanung zahlen“, baut die kleinste Version, mit der sich diese Annahme prüfen lässt, das Minimum Viable Product, misst, wie echte Menschen reagieren, und entscheidet dann: weitermachen oder die Richtung ändern. Diesen Richtungswechsel nennt Ries Pivot.
Wichtig ist das Wort validiertes Lernen. Gemeint sind Erkenntnisse, die sich an echtem Verhalten belegen lassen, nicht an Meinungen. Ries warnt ausdrücklich vor „Eitelkeitskennzahlen“ wie Seitenaufrufen oder Downloads, die steigen können, ohne dass das Geschäftsmodell funktioniert (siehe Stellvertretergrößen).
In etablierten Unternehmen wird Lean Startup oft für Innovationsvorhaben übernommen. Das gelingt, wenn Budgets in kleinen Schritten freigegeben werden und ein gescheiterter Test als Erkenntnis gilt. Es scheitert, wenn am Ende doch ein vollständiger Business Case verlangt wird, bevor überhaupt etwas getestet werden durfte.