Robert G. Cooper ist ein kanadischer Wirtschaftswissenschaftler, der als Professor an der DeGroote School of Business der McMaster University lehrte und mit Scott Edgett das Beratungsunternehmen Stage-Gate International gründete. Er untersuchte seit den 1970er-Jahren, warum neue Produkte erfolgreich sind oder scheitern, und stützte sich dabei auf Befragungen von Unternehmen. Aus den Befunden leitete er einen Ablauf ab, der Entwicklungsvorhaben in Phasen (Stages) gliedert, zwischen denen Entscheidungspunkte (Gates) liegen. Beschrieben hat er ihn unter anderem in „Stage-Gate Systems: A New Tool for Managing New Products“ (Business Horizons, 1990) und im Buch Winning at New Products. Das Modell wird im Artikel zum Stage-Gate-Modell ausführlich behandelt.
Zweiter Schwerpunkt Coopers ist die Auswahl von Vorhaben als Ganzes. Zusammen mit Edgett und Kleinschmidt untersuchte er, wie Unternehmen ihr Innovationsportfolio steuern, und beschrieb Werkzeuge wie strategische Töpfe und Bubble-Diagramme. Gesamtüberblick bietet der Artikel zum Innovationsmanagement.
Zur Kritik: Das Modell wird oft als starrer Wasserfall verstanden, der Unsicherheit schlecht verträgt. Cooper hat darauf selbst reagiert und 2016 einen Ansatz vorgestellt, der agile Arbeitsweisen innerhalb der Phasen vorsieht (Agile–Stage-Gate Hybrids). Ein Teil der Belege für den Nutzen stammt aus Unternehmensbefragungen und zeigt Zusammenhänge, nicht Ursachen.
Quellen
- Cooper, R. G. (1990): Stage-Gate Systems: A New Tool for Managing New Products. Business Horizons 33(3), 44–54.
- Cooper, R. G. (2016): Agile–Stage-Gate Hybrids: The Next Stage for Product Development. Research-Technology Management 59(1), 21–29.
- Cooper, R. G., Edgett, S. J. & Kleinschmidt, E. J. (1999): New Product Portfolio Management: Practices and Performance. Journal of Product Innovation Management 16(4), 333–351.
- Our Founders, Stage-Gate International.