Chris Argyris lehrte an der Yale University und später an der Harvard University. Er gehört zu den Begründern der Forschung zum organisationalen Lernen. Mit dem Philosophen Donald Schön veröffentlichte er 1978 Organizational Learning, in dem die beiden zwischen Single-Loop- und Double-Loop-Lernen unterschieden.
Argyris interessierte sich besonders dafür, warum kluge Menschen in Organisationen so schlecht lernen. Sein Aufsatz „Teaching Smart People How to Learn“ (1991) beschreibt, wie gerade erfolgreiche Fachleute auf Kritik defensiv reagieren, weil sie Scheitern kaum gewohnt sind. Er unterschied außerdem die bekundete Theorie, nach der Menschen zu handeln glauben, von der gelebten Theorie, nach der sie tatsächlich handeln.
Seine Beobachtungen zu „defensiven Routinen“, also dem gemeinsamen Vermeiden unangenehmer Themen, sind für jede Arbeit an psychologischer Sicherheit und an der lernenden Organisation grundlegend.