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Edgar Schein

Amerikanischer Organisationspsychologe (1928–2023) am MIT, der ein Modell der Organisationskultur auf drei Ebenen entwickelt hat.

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#Organisationskultur#Organisationsentwicklung#Beratung

Edgar Schein (1928–2023) war Organisationspsychologe und lehrte bis zu seiner Emeritierung an der MIT Sloan School of Management. Er zählt zu den Begründern der Organisationskulturforschung und der Prozessberatung. In seinem Hauptwerk Organizational Culture and Leadership (erstmals 1985) beschreibt er Kultur als Muster gemeinsamer Grundannahmen, das eine Gruppe beim Bewältigen ihrer Aufgaben und ihres Zusammenhalts gelernt hat und das als selbstverständlich gilt.

Bekannt ist sein Modell mit drei Ebenen, die Kulturebenen nach Schein: sichtbare Artefakte wie Räume, Rituale und Sprache, bekundete Werte wie Leitbilder und tiefer liegende Grundannahmen, die kaum noch bewusst sind. Schein folgerte, dass man Kultur nicht an den Artefakten allein ablesen kann; man deutet sie von innen, im Gespräch mit Beteiligten.

Für die Organisationsentwicklung ist das wichtig, weil sich Veränderungsvorhaben oft an den tieferen Annahmen stoßen. Der Zusammenhang wird im Artikel zu den vier Quellen von Widerstand aufgegriffen und im Überblick zum Change Management eingeordnet. Mit seinem Buch Humble Inquiry (2013) warb Schein später für ein Beraten durch behutsames Fragen statt durch fertige Antworten.

Zur Einordnung: Das Eisberg-Bild mit festen Prozentwerten, das oft Schein zugeschrieben wird, stammt nicht von ihm. Seine Ebenen sind ein Deutungsmodell, kein gemessenes Konstrukt; Kritiker bemängeln, dass sich Grundannahmen schwer messen lassen.

Quellen