Kurt Lewin wurde 1890 in der Provinz Posen geboren, studierte in Freiburg, München und Berlin und lehrte an der Berliner Universität. 1933 emigrierte er in die USA. Dort gründete er kurz vor seinem Tod 1947 das Research Center for Group Dynamics am Massachusetts Institute of Technology.
Lewin gilt als einer der Gründerväter der Sozialpsychologie und der Organisationsentwicklung. Seine Feldtheorie beschreibt Verhalten als Ergebnis von Kräften im Lebensraum eines Menschen. In der Aktionsforschung verband er Forschung und Veränderung: Man untersucht eine Lage gemeinsam mit den Betroffenen, handelt, beobachtet die Wirkung und lernt daraus. Von ihm stammt der oft zitierte Satz, nichts sei so praktisch wie eine gute Theorie.
Ihm zugeschrieben wird das Drei-Phasen-Modell aus Auftauen, Verändern und Stabilisieren. Neuere Forschung zeigt allerdings, dass Lewin diese Phasen nur beiläufig erwähnt hat und die bekannte Form erst nach seinem Tod entstand. Für den Wissensbereich ist er vor allem als Ausgangspunkt der Phasenmodelle bis hin zu Kotter wichtig.