Methoden & Steuerung/Framework

PRINCE2: Strukturiertes Projektmanagement mit Prinzipien statt Papier

PRINCE2 gilt als Inbegriff klassischen Projektmanagements. Wie die sieben Prinzipien, Praktiken und Prozesse zusammenspielen – und warum Tailoring über Erfolg oder Bürokratie entscheidet.

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#PRINCE2#Projektmanagement#Governance#Transformation

PRINCE2 steht für PRojects IN Controlled Environments. Die Methode wurde ursprünglich von der britischen Regierung entwickelt und ist heute einer der weltweit am weitesten verbreiteten Standards für prozessorientiertes Projektmanagement.

Ihr Ruf: gründlich, strukturiert – und manchmal schwerfällig. Doch dieser Ruf entsteht meist durch falsche Anwendung. Im Kern ist PRINCE2 ein prinzipienbasiertes Framework, das ausdrücklich verlangt, an Projektgröße, Risiko und Umfeld angepasst zu werden.

Was ein Projekt nach PRINCE2 ist

Eine temporäre Organisation, die geschaffen wird, um ein oder mehrere Produkte gemäß einem vereinbarten Business Case zu liefern. Entscheidend sind drei Merkmale: zeitliche Begrenzung, definierte Ergebnisse und eine eigene Steuerungsstruktur.


Die sieben Prinzipien

Die Prinzipien sind das Fundament: Nur wenn alle sieben angewendet werden, handelt es sich um ein PRINCE2-Projekt.


Praktiken, Prozesse und der Faktor Mensch

Neben den Prinzipien beschreibt PRINCE2 sieben Praktiken (in früheren Ausgaben Themen genannt), die über das gesamte Projekt hinweg bearbeitet werden: Business Case, Organisation, Pläne, Qualität, Risiko, Issues und Fortschritt.

Den zeitlichen Ablauf strukturieren sieben Prozesse:

  1. Vorbereiten eines Projekts – Ist das Vorhaben sinnvoll und machbar?
  2. Lenken eines Projekts – Die Steuerungsebene (Lenkungsausschuss) trifft die Schlüsselentscheidungen.
  3. Initiieren eines Projekts – Planung, Business Case und Steuerungsrahmen werden erarbeitet.
  4. Steuern einer Phase – Die tägliche Arbeit der Projektleitung.
  5. Managen der Produktlieferung – Die Teams erstellen die vereinbarten Produkte.
  6. Managen eines Phasenübergangs – Bilanz ziehen und die nächste Phase vorbereiten.
  7. Abschließen eines Projekts – Übergabe, Bewertung und geordnetes Ende.

Die aktuelle Ausgabe (7. Edition, 2023) stellt zudem den Menschen stärker ins Zentrum: Führung, Kommunikation, Zusammenarbeit und Change Management gelten als integraler Bestandteil erfolgreicher Projekte. Nachhaltigkeit wurde als weiteres Leistungsziel ergänzt.

PRINCE2 und Agilität

PRINCE2 und agile Methoden schließen sich nicht aus. Mit PRINCE2 Agile existiert eine eigene Ausprägung: PRINCE2 liefert Governance, Phasen und Toleranzen auf der Steuerungsebene, während die Produktlieferung in Scrum- oder Kanban-Teams erfolgt. Typisch ist dabei, Zeit und Kosten fest zu halten und den Umfang flexibel zu gestalten.


Typische Stolpersteine

Kernpunkte auf einen Blick

Fazit

PRINCE2 schafft Klarheit darüber, wer was wann entscheidet – und warum ein Projekt überhaupt existiert. Richtig angepasst ist es kein bürokratisches Korsett, sondern ein Rahmen, der Verantwortung verteilt, Risiken sichtbar macht und Projekte bewusst beendet, wenn sie keinen Nutzen mehr stiften.

Praxis-Transfer & Implementierung

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